08.09.2025
Rückkehr zu Tempo 50 — absurd!
Umwelt- und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) plant, an zwei Dutzend Berliner Hauptstraßen die Tempo-30-Beschränkung wieder abzuschaffen.
Umwelt- und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) plant, an zwei Dutzend Berliner Hauptstraßen die Tempo-30-Beschränkung wieder abzuschaffen. Diese war im Rahmen des Luftreinhalteplans 2019 gezielt dort eingerichtet worden, wo die Schadstoffbelastung die maximal zulässigen Grenzwerte dauerhaft und teils massiv überschritten hatte. Nun, da das Ziel einer verbesserten Luftqualität erreicht sei, falle laut Verkehrssenatorin Bonde der Grund für die Tempo-30-Beschränkung weg.
Kritik dafür gab es bereits vom BUND und der Deutschen Umwelthilfe. Auch die BI-Wuhlheide kritisiert: Maßnahmen rückabwickeln, die erst zur Erreichung des Ziels Luftreinhaltung geführt haben, diese „Logik“ geht für uns nicht auf.
Kritik gibt es auch aus den eigenen Reihen: Neben Teilen der Opposition scheint mittlerweile auch der Koalitionspartner SPD Zweifel zu haben, die SPD-Fraktion hat Klärungsbedarf angemeldet. Deren Verkehrsexperte Tino Schopf (SPD) argumentiert mit der Verkehrssicherheit. So sei beispielsweise weiterhin ungeklärt, ob sich in den zur Diskussion stehenden Tempo-30-Abschnitten hochfrequentierte Schulwege befänden, was eine Beibehaltung ebenfalls rechtfertige. Bislang nutzt die Berliner Regierung diese seit letztem Jahr bestehende Möglichkeit nicht. Doch vielleicht ändert die Berliner SPD das jetzt. Die BI-Wuhlheide hätte sie damit jedenfalls auf ihrer Seite.